Stationierungebiet für die SS-20 Atomraketen

In den Waldaihöhen wurden zur Zeit des Wettrüstens zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR sowjetische atomare Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 in großer Zahl stationiert. Die Raketen konnten von hier aus in kürzester Zeit ganz Mitteleuropa erreichen.

Über 100 Atomraketen wurden teilweise in weit verstreuten unterirdischen Silos in der hügeligen Waldlandschaft versteckt, die über 300 km von den größten Städten der Sowjetunion Moskau und St.Petersburg entfernt ist.

Nach dem Abrüstungsabkommen über atomare Mittelstreckenraketen (INF-Abkommen – Intermediate-Range Nuclear Forces) von 1987 wurden alle Raketen bis 1991 abgezogen und zerstört und alle Raketenschächte auch in den Wäldern des Waldai gesprengt.

Nationalpark statt Atomraketen

Auf dem ehemaligen Stationierungsbiet, das natürlich streckenweise militärischer Sicherheitsbereich war, wurde 1994 der ausgedehnte Waldai-Nationalpark eingerichtet. Der Nationalpark im Waldai soll den industriellen Holzeinschlag (der gleich nach dem Abzug der Atomraketen massiv einsetzte) verhindern und ökologisch verträglichen Tourismus entwickeln.

Waldai – Datscha des russischen Präsidenten

Im Waldai, am Ufer des Waldai-Sees liegt auch eine Residenz (Datscha) des russischen Präsidenten, die von Boris Jelzin und Waldimir Putin oft besucht wurde. Auf demselben Gelände befindet sich auch eine Stalin-Datscha, die von dem Diktator aber nur einmal besucht wurde.

Ein alljährliches internationales Treffen von Politologen und Publizisten mit dem russischen Präsidenten wurde von Wladimir Putin erstmals im Waldai veranstaltet und wird deswegen der Waldai-Klub genannt. Im Waldai finden auch regelmässig die Redaktionstreffen der Internetzeitung Russland-Aktuell statt, zu denen die Redakteure aus Moskau und St.Petersburg anreisen.

In den Jahren seit 2000 bauten viele prominente russische Schauspieler und Musiker ebenfalls ihre Datschen im Gebiet um den Waldai-See und die Stadt Waldai.

Kategorie: Allgemeine Informationen, Aktualisiert am 7. August 2009 von Redaktion | Anmelden